Stadt Gladbeck

Rückschau auf Bündnisprojekte

Die Förderung von Projekten durch das Gladbecker Bündnis für Familie – Bildung, Erziehung, Zukunft ist auf einen Zeitraum von drei Jahren begrenzt. Nach Ablauf dieser Zeitspanne steht die Überlegung zur Fortsetzung und Implementierung des Projektes als Regelangebot an.

In der Rückschau konnten einige Projekte des Gladbecker Bündnisses für Familie – Erziehung, Bildung, Zukunft dauerhaft installiert werden, beispielhaft seien einige Projekte genannt.

Projekt „Kinder im Blick“

Seit Oktober 2007 erhalten alle Eltern vier bis sechs Wochen nach der Geburt eines Kindes Besuch von den Kolleginnen des Familienbüros der Stadt Gladbeck. Der Besuch wird mit einem Glückwunschschreiben des Bürgermeisters angekündigt. Der Besuch ist in nahezu allen Familien willkommen – bringt er doch nicht nur einen bunt gepunkteten Pappkarton mit Geschenken, sondern auch jede Menge Informationen für die jungen Eltern und ganz viel Wissen rund um das Baby mit. Eine Stunde dauert das Gespräch im Normalfall, aber die Fachfrauen schauen auch nicht  auf die Uhr, wenn es länger dauert. Keine Frage bleibt unbeantwortet.

Nach Ablauf der Bündnisförderung wird „Kinder im Blick“ als Regelangebot der niederschwelligen Elternbildung durch das Amt für Jugend und Familie fortgeführt.

Projekt „Einsatz von Schulhelfern an der Roßheideschule“

Seit Februar 2008 können sich die Lehrerinnen und Lehrer an der Roßheideschule noch mehr auf ihre eigentliche Arbeit konzentrieren als früher. Der Schulhelfer entlastet das Kollegium an 15 Stunden pro Woche und übernimmt ergänzende pädagogische Aufgaben und kümmert sich um Kinder mit emotionalen und sozialen Entwicklungsdefiziten. Nach Ab-schluss des Projektzeitraumes wird der Einsatz des Schulhelfers über das Budget des Amtes für Bildung und Erziehung finanziert.

Einsatz von Integrationshelferinnen und Integrationshelfern

Ein von den Schulen mit Begeisterung aufgenommenes Projekt ist der Einsatz von Integrationshelferinnen und Integrationshelfern. Grundschulen mit einem höheren Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund profitieren davon. Zu den Aufgaben der Integrationshelfer/-innen gehören gezielte Übungen zur Sprachförderung, Leseübungen mit einzelnen Kindern oder Tischgruppen. Im Bedarfsfall werden Unterrichtsinhalte wiederholt und vertieft.

Mit Beendigung der Projektförderphase wird der Einsatz der Integrationshelferinnen und Integrationshelfern über das Budget des Amtes für Bildung und Erziehung finanziert.

Bildungsprojekt Grundschule

Das von den Projektmitarbeiterinnen Jutta Arndt und Angelika Tacke entwickelte Konzept für die Uhlandschule „Ohne Erziehung keine Bildung“ beginnt mit der Netzwerkarbeit und basiert auf den drei Säulen „Elternarbeit“, „Konfliktbearbeitung und Gewaltprävention“ sowie auf der „Unterstützung schulischer Arbeit“.

Das als Pilotversuch gestartete Projekt wurde durch das Institut für soziale Arbeit (ISA) evaluiert. Der Abschlussbericht zur Evaluation kommt zu folgender Einschätzung des Projektes:

Das Bildungsprojekt Grundschule hat im wichtigen Maße zur Stabilisierung des schulischen Klimas an der Uhlandschule beigetragen. Die Umsetzung der Konzeption „Ohne Erziehung keine Bildung“ hat als Instrument zu einer strategischen und partizipatorischen Prozess-steuerung in der Uhlandschule wesentlich beigetragen.

Auf Grundlage der Evaluationsergebnisse wurden die Sozialpädagoginnen in ein dauerhaftes Beschäftigungsverhältnis bei der Stadt beim Amt für Bildung und Erziehung übernommen, verbunden mit dem Vorhaben, die Konzeption sukzessive auch an anderen Grundschulstandorten zu implementieren. Im ersten Schritt konnte die Schulsozialarbeit an der Schule am Rosenhügel mit der og. Konzeption etabliert werden.

Projekt Opstapje

Das Wort Opstapje stammt aus dem Niederländischen und bedeutet Schritt für Schritt. In einem Zeitraum von mehr als einem Jahr gehen zwei Frauen – Laien, die zuvor qualifiziert wurden und von einer Fachkraft angeleitet werden – in die teilnehmenden Familien. Beide Besucherinnen sind zweisprachig, entweder deutsch-türkisch bzw. deutsch-polnisch. Mit jede Menge Spiel- und Lernmaterialien sollen Mütter und Väter bei den Familienbesuchen Anregungen zur Bindung und Entwicklungsförderung der Kinder gegeben werden. Die Eltern sollen lernen, dem Kind zuzuschauen und zuzuhören, mit ihm zu sprechen, zu spielen, auf seine Bedürfnisse einzugehen und seine Fähigkeiten zu fördern. Sie erhalten hierdurch Anregungen, die Beziehungen zu ihrem Kind zu stärken und mit ihm All-tagssituationen zu gestalten.

Das Spiel- und Lernprogramm für Familien mit Kindern ab 18 Monaten wurde in zwei Projektdurchläufen durch finanzielle Beteiligung des Gladbecker Bündnisses für Familie – Erziehung, Bildung, Zukunft, der Volksbank und weiterer Spender, in Kooperation mit dem Kinderschutzbund und dem Sozialdienst katholischer Frauen durchgeführt.

Zum Ende der Projektförderlaufzeit wird Opstapje als ein dauerhaftes Angebot weiterhin als Kooperationsprojekt des Kinderschutzbundes und dem Sozialdienst katholischer Frauen mit finanzieller Unterstützung des Amtes für Jugend und Familie, dem Rotary Club Bottrop- Wittringen und weiterer Spender fortgeführt.

Kinder- und Jugenduniversität

„Lernen mit Spaß“ heißt das Motto der Kinder- und Jugenduniversität. Als in Nordrhein-Westfalen einzigartiges Angebot startete die Kinder- und Jugenduniversität im September 2006. Kindern und Jugendlichen von 6 bis 18 Jahren wird ein attraktives Angebot in den Fachbereichen Menschen/Gesellschaft/Geschichte; Mathematik/Naturwissenschaften/ Technik/EDV; Fremdsprachen; Kunst/Literatur/Musik präsentiert. Im Vorlesungsverzeichnis sind in jedem Semester etwa 60 Seminare, Vorlesungen und Projekte zu finden. Mit Ablauf der Förderung durch das Gladbecker Bündnis für Familie – Erziehung, Bildung, Zukunft wird die Kinder- und Jugenduniversität als ein dauerhaftes Angebot der Jugendförderung fortgeführt.

Projekt Notinsel

Seit Juni 2008 finden Kinder in vielen Einrichtungen im Stadtgebiet Anlaufstellen für Notfälle. Wenn sie sich von älteren Jugendlichen bedroht fühlen, wenn Mädchen von Jungen bedrängt werden, bei Stress mit den Eltern, bei Verletzungen: In allen Fällen, in denen Kinder Hilfe suchen, sind die Notinseln eine Anlaufstelle in der Nähe. Die Notinseln haben sich in Gladbeck etabliert, die Kinder erkennen die Anlaufstellen sofort an dem Notinselsymbol in den Schaufenstern. Es können immer wieder neue Partner gefunden werden und so ist es ein beruhigendes Gefühl zu wissen, dass Kinder in Notsituationen Zuflucht in einer Notinsel finden können.