Stadt Gladbeck

Stadtbildungskonferenz 2008

Im Jahr 2008 wurde das Frühjahrsplenum zum ersten Mal in Form einer Stadtbildungskonferenz veranstaltet. Dazu lud Bürgermeister Ulrich Roland am 04. Juni 2008 alle Bildungsträger und Bündnispartner in den Ratssaal ein.

Das übergeordnete Thema war der Aufbau einer kommunalen Bildungslandschaft in Gladbeck. Dazu regte auch die „Aachener Erklärung“ an, die vorab an alle Teilnehmer übersandt wurde.

Zum Einstieg gab es einen Trommelwirbel: Kinder der Uhlandschule, die an dem Projekt „Kinder sind der Rhythmus dieser Welt“ teilnehmen, das im Rahmen der Kulturhauptstadt Ruhr.2010 angeboten wird, zeigten ihre einstudierten Lieder mit kräftiger Trommelbegleitung. Im zweiten Durchgang wurde auch das Publikum nicht verschont und konnte gemeinsam mit den Kindern trommeln. 

Auch zwei Fachvorträge von Bürgermeister Ulrich Roland („Kommunale Bildungslandschaft Gladbeck“) und dem bekannten Bildungsforscher Prof. Dr. Klaus Klemm von der Universität Duisburg-Essen („Zum Wechselverhältnis von Bildungsentwicklung und Sozialstruktur“) standen auf der Tagesordnung für die erste Stadtbildungskonferenz.

Prof. Dr. Klemm ging insbesondere auf die Zusammenhänge zwischen sozialer Herkunft und den sich daraus ergebenden Bildungschancen ein.

Das gegenwärtige Schulsystem verhindere Chancen armer Kinder auf schulischen und beruflichen Erfolg, so Klemm. Auch der demographische Wandel trage stark zu einer Verfestigung der räumlichen Trennung zwischen „arm“ und „reich“ zu.  

Um diesem Trend etwas entgegen zu setzen und die Bildungschancen anzugleichen, empfahl Klemm eine verstärkte Lese- und Sprachförderung, einen Ausbau der Ganztagsangebote, um gezielt Bildungsmängel beheben zu können. Dem Wegfall der Schuleinzugsbezirke steht Klemm sehr kritisch gegenüber, da die Gefahr der Entstehung von „Brennpunktschulen“ groß sei.  

Dennoch ist das kommunale Handlungsfeld begrenzt. Durch die kommunale Bildungslandschaft sollen die Defizite zukünftig effizient verringert und vielleicht sogar verhindert werden.

Danach trafen sich fünf Arbeitsgruppen. Die Leitfrage lautete: „Was, wie, wann und wo wollen wir lernen?“. Dazu diskutierten die AGs „Schule und Jugendhilfe“, „Schule und außerschulisches Lernen“, „Elementarbereich“, „Hauptschülerinnen und Hauptschüler stärken“ sowie „Bildungslandschaft Gladbeck aus Schüler/-innensicht“.  

Nach der Vorstellung der Ergebnisse hielt die Direktorin der Ingeborg-Drewitz-Gesamtschule noch ein „Abschlussstatement aus Sicht einer Schulleiterin“.