Stadt Gladbeck

Jugendrat beim Bürgermeister der Stadt Gladbeck

Auch andere Kommunen haben Gremien geschaffen, um jungen Menschen eine Mitsprache bei kommunalpolitischen Entscheidungen zu ermöglichen, der „Jugendrat beim Bürgermeister der Stadt Gladbeck“ allerdings gilt weit über die Stadtgrenzen hinaus als richtungweisend mit nachahmenswertem Konzept. Kein Wunder – schließlich ist das Beteiligungsmodell ein Jahr lang akribisch vorbereitet worden.

Direkt angesiedelt beim Bürgermeister und kompetent unterstützt von einer hauptamtlichen Kraft, hat der Jugendrat alle Chancen, sich als erfolgreiches Partizipationsmodell dauerhaft zu etablieren.      

Das Interesse war von Anfang an groß. Zur Auftaktveranstaltung im Juni 2006 kamen 167 junge Menschen und brachten ihre eigenen Wünsche und Ideen ein.          

Der Jugendrat wird jeweils zu Beginn eines Schuljahres an allen weiterführenden Schulen und in den Jugendeinrichtungen gewählt. Zurzeit arbeiten fast 60 Jungen und Mädchen zwischen zehn und 21 Jahren mit.   

In Arbeitsgruppen, die übrigens allen wahlberechtigten Jugendlichen offen stehen, beschäftigen sie sich zum Beispiel mit Stadtplanung, Öffentlichkeitsarbeit und Aktionen gegen Rechts. Vier Mal pro Jahr tagt die Vollversammlung unter Leitung des Bürgermeisters und einiger Jugendlicher.  

Der Jugendrat kann durchaus schon konkrete Ergebnisse seiner Arbeit vorweisen. Zu Recht besonders stolz sind die jungen Leute darauf, dass sie nach einer Befragung von 1260 Schülerinnen und Schülern ein Konzept zur Bekämpfung der  Jugendarbeitslosigkeit entwickelt und erfolgreich Fördermittel bei der Alfried- Krupp- von- Bohlen- und- Halbach- Stiftung beantragt haben. Das Ergebnis: Im Jahr 2008 konnte das Projekt  „Anstoß – Gladbecker Ausbildungscoaching“ starten.    

Natürlich gelingt nicht immer der „große Wurf“, aber das ist auch nicht der Ansatz. Vielmehr gilt es, in Verwaltung und Politik das Bewusstsein zu verankern, bei allen Planungen und Entscheidungen die Sicht junger Menschen mit einzubeziehen.    

Die Jugendlichen sollen ihrerseits die Möglichkeit haben, ihre Interessen und Bedürfnisse zu formulieren und zu lernen, dass eine Demokratie nur durch Engagement leben kann. Auf diesem Weg ist der Jugendrat schon ein ganzes Stück voran gekommen.

Nicht von ungefähr führen die gelben Fußstapfen im alten Rathaus direkt zu der Geschäftsstelle des Jugendrates: Junge Menschen sind im Rathaus herzlich willkommen.