Aufbau und Struktur des Gladbecker Bündnisses
1. Gladbecker Bündnis
Das „Gladbecker Bündnis“ kommuniziert strategische Ziele und Initiativen, bestehende Angebote, deren Abstimmung, Vernetzung und Weiterentwicklung. Daraus resultierende Bewertungen und Empfehlungen werden an die Projektleitung weitergeleitet. Die Bündnispartner repräsentieren einen breiten Querschnitt der Gladbecker Institutionen, Kindergärten, Vereine, Verbände, Schulen, Fachämter der Stadtverwaltung, Arbeitsgemeinschaften und Arbeitskreise, Polizei und des Gesundheitswesens sowie der örtlichen Wirtschaft. Das Gladbecker Bündnis trifft sich in der Regel zwei Mal jährlich (Frühjahrsplenum: Innovationswerkstatt und Projektentwicklung, Herbstplenum: Bilanzgespräche einschl. Fachreferat). Die Moderation übernimmt die Projektleitung des Gladbecker Bündnisses.
2. Audit- Verfahren – „Familiengerechte Kommune“
Das Ministerium für Generationen, Familien, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen (MGFFI) entwickelt gemeinsam mit der berufundfamilie gGmbH der Hertie Stiftung und der Bertelsmann Stiftung ein Programm zur Zertifizierung familiengerechter Kommunen. Gladbeck nimmt hier stellvertretend für Kommunen mit einer Einwohnerzahl von 50.000 bis 100.000 Einwohnern gemeinsam mit drei weiteren Kommunen in Nordrhein-Westfalen (Rödinghausen, Kreuztal und Düsseldorf) an der Testphase teil.
Das Verfahren soll Kommunen dabei helfen, ihre Familienfreundlichkeit zu prüfen, familien- und kinderfreundliche Konzepte zu entwickeln und zudem nach innen und außen zu dokumentieren. Am 11.12.2008 fasste der Rat der Stadt Gladbeck den Beschluss, dass sich die Stadt Gladbeck am Audit- Verfahren „Familiengerechte Kommune“ beteiligt. In Gladbeck soll sich das Audit als weiterer Baustein in die Struktur des „Gladbecker Bündnisses für Familie – Erziehung, Bildung, Zukunft“ einpassen, Handlungsfelder gemeinsam identifizieren helfen und weitere Entwicklungen anstoßen.
Der interne Dialog in Gladbeck wird durch den Blick von außen intensiviert und Handlungsbedarfe werden gemeinsam erkannt. Am Ende steht eine vernetzte Strategie mit Zielen und Aufgaben. Mit der Zielvereinbarung und dem Ratsbeschluss wird Verbindlichkeit und Transparenz in der Gladbecker Familienpolitik hergestellt. Gladbeckspezifische zentrale Handlungsfelder für die Zukunft werden definiert und die konkrete Umsetzung geplant.
Der konkrete Nutzen für Gladbeck ist u. a. die strategische Bündelung und qualitative Weiterentwicklung der bisherigen und zukünftigen Aktivitäten. Das Audit ist somit ein strategisches Prozesssteuerungsinstrument für die Stadt Gladbeck.
3. Projektleitung
Die Projektleitung koordiniert die Geschäftsprozesse des „Gladbecker Bündnisses für Familie – Erziehung, Bildung, Zukunft“. Sie stellt die Kommunikation zwischen den einzelnen Bündnisteilen und Kooperationspartnern sicher. Anregungen und Empfehlungen werden sowohl an die Werkstätten weitergeleitet, als auch die von dort empfohlenen Projektanträge in die Politik und Verwaltung kommuniziert. Die Projektleitung erstellt die Vorlagen und Berichte für den Rat und seine Ausschüsse.
Die Projektleitung des Gladbecker Bündnis hat Bettina Weist, Leiterin des Amtes für Bildung und Erziehung, die Geschäftsführung liegt bei Ulrike Geckeis, Amt für Bildung und Erziehung, Kontakt unter Telefon 992470.
4. Werkstätten
Aufgabe der Werkstätten ist es, die strategischen Ziele, die das Gladbecker Bündnis mit seinen Bündnispartnern definiert, in praktische Angebote, Projekte und Maßnahmen umzusetzen. Dabei müssen Partner gefunden und mit einbezogen werden.
Innerhalb des „Gladbecker Bündnis für Familie – Erziehung, Bildung, Zukunft“ sind derzeit folgende Werkstätten aktiv:
Werkstatt 1 – Schule und Jugendhilfe
Moderatoren sind: Bianka Winkler und Anja Venhoff (RAA)
Die Systeme Schule und Jugendhilfe, die beide als Zielgruppe ihrer Arbeit die Gladbecker Mädchen und Jungen haben, sollen weiter eine konkrete Zusammenarbeit für den Alltag aufbauen und nachhaltig installieren. Teilnehmer sind in erster Linie Vertreter von Schule und Jugendhilfe. Die Moderatoren der Werkstatt sind Bianka Winkler und Anja Venhoff (RAA).
Werkstatt 2 – Familienbildung – Grundlagen der Erziehung
Moderatoren sind: Werner Fiedler und Ursula Kühnel (beide vom Amt für Jugend und Familie)
Familienbildung kann in Gladbeck bereits auf eine Tradition bei den unterschiedlichen Trägern und Institutionen verweisen. Ein Ausbau weiterer bedarfsgerechter Angebote soll unter Einbeziehung vorhandener und eventuell zusätzlicher Ressourcen koordiniert werden. Im 1. Halbjahr 2009 soll die in der Werkstatt gemeinsam entwickelte virtuelle Familienbildung Gladbeck an den Start gehen. Die Moderation der Werkstatt haben Werner Fiedler und Ursula Kühnel, beide vom Amt für Jugend und Familie.
Werkstatt 3 – Lernendes Gladbeck
Die Förderung von Bildung ist eine Querschnittsaufgabe aller gesellschaftlichen Bereiche. Zur Umsetzung bedarf es einer ressourcenorientierten und vernetzten Weiterentwicklung der schulischen und außerschulischen Bildungslandschaft. Eine projektbezogene Zusammenarbeit mit Wirtschaftsunternehmen wird ausdrücklich angestrebt. Derzeit arbeitet die Werkstatt schwerpunktmäßig an der Weiterentwicklung der Kinder- und Jugenduniversität. Die Moderatoren der Werkstatt sind Dietrich Pollmann, Leiter der VHS, und Detlef Möller vom Amt für Familie, Jugend und Soziales.
Werkstatt 4 – Bündnis für Integration
Moderatoren sind: Sabine Leipski (RAA) und Ulrike Geckeis (Amt für Bildung und Erziehung)
Die Integration von Migrantinnen und Migranten ist für die städtische Gesellschaft eine hervorgehobene Aufgabe. Es gilt im Besonderen Mädchen und Jungen mit einem Migrationshintergrund in der Mehrheitsgesellschaft zu integrieren und ihnen somit eine Zukunftschance zu eröffnen. Es gilt auch sozialen Spannungen im Vorfeld durch wirksame Integrationsbemühungen entgegenzuwirken. Die Moderation der Werkstatt habenSabine Leipski (RAA) und Ulrike Geckeis vom Amt für Familie, Jugend und Soziales.
5. Steuerungsgruppe Bündnis
Die Werkstattmoderatoren arbeiten gemeinsam mit der Projektleitung in der „Steuerungsgruppe Bündnis“ zusammen. Die Steuerungsgruppe Bündnis stimmt die Werkstattarbeit aufeinander ab. Die von den Bündnispartnern entwickelten Projektanträge werden in der Steuerungsgruppe Bündnis in einer fachlichen Vorbewertung daraufhin überprüft, ob der Antrag den Förderkriterien des Gladbecker Bündnisses entspricht und förderungsfähig ist. Die Steuerungsgruppe empfiehlt die Anträge bei Erfüllung der Förderkriterien zur weiteren Beratung an die entsprechenden Werkstätten.
Im Rahmen des Gladbecker Bündnisses für Familie – Erziehung, Bildung, Zukunft haben die Werkstätten somit die Aufgabe des Monitorings und die Steuerungsgruppe Bündnis die Aufgabe des Controllings.
6. Die Gladbecker Arbeitsgemeinschaften nach § 78 SGB 8
Mit dem Inkrafttreten des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (SGB 8) am 1. Januar 1991 hat der Träger der öffentlichen Jugendhilfe (Jugendhilfeausschuss und Verwaltung) die Gesamtverantwortung für die Erfüllung der Aufgaben nach diesem Gesetz. Hierzu gehört auch die Jugendhilfeplanung (§ 79 SGB 8).
Eine wichtige Säule zur Erfüllung dieser Aufgabe ist die Bildung von Arbeitsgemeinschaften, in denen der Träger der öffentlichen Jugendhilfe mit den anerkannten Trägern der freien Jugendhilfe sowie den Trägern geförderter Maßnahmen ihre Angebote und Planungen aufeinander abstimmen (siehe § 78 SGB 8).
Folgende Arbeitsgemeinschaften nach §78 SGB 8 haben seit Anfang der 90er Jahre ihre Tätigkeit in Gladbeck aufgenommen:
- Arbeitsgemeinschaft Jugend“ nach § 78 KJHG
- Arbeitsgemeinschaft erzieherische Hilfen“ nach § 78 KJHG
- Arbeitsgemeinschaft Tagesbetreuung für Kinder“ nach § 78 KJHG
- Arbeitsgemeinschaft Mädchen“ nach §78 KJHG
Die Arbeitsgemeinschaften wurden vom Jugendhilfeausschuss anerkannt und haben ein Rederecht in den Ausschusssitzungen. Die Arbeitsgemeinschaften beraten den Jugendhilfeausschuss in Fachfragen.




